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Die Stadt Worms begeht 2005 das "Raschi-Jahr"

"Raschi" steht als Abkürzung für Rabbi Schelomo ben Jitzchaq, einem der bekanntesten jüdischen Schriftgelehrten des Mittelalters. Er wurde 1040 in Troyes (Champagne) geboren und starb dort im Jahr 1105. Raschi lebte um 1060 in Worms und war dort Student der berühmten Talmud Schule. Die Berühmtheit des Raschi rührt von seinen Bibel- und Talmudstudien her, die bis heute im Judentum verbreitet sind. Kommentare des Raschi finden sich auf jeder gedruckten Talmudseite. Er gilt noch heute als einer der wichtigsten und grundlegendsten Talmud-Lehrer. Seine Schüler, die sogenannten Tosafisten (tosafot=hinzufügen) setzten seine Arbeit fort. Die bekanntesten Tosafisten waren Rabbi ben Schemuel, Rabbi Jitzchaq ben Meir, Rabbenu Jaakov ben Meir Tam und Rabbi Schemuel ben Meir. Auch christliche Theologen wie Nikolaus von Lyra wurden von den Arbeiten Raschis beeinflusst. 2005, in seinem 900. Todesjahr, gedenken die Städte Worms und Troyes von April bis Oktober des großen jüdischen Gelehrten. Da sein Grab in Troyes verschollen ist, wird er in Worms verehrt. Sein Leben und Werk stehen im Mittelpunkt des Gedenkjahres, das sich auch mit dem jüdischen Beitrag zur europäischen Kultur beschäftigt. Interessierte finden das Programm auch im Internet unter www.raschijahr.de.
Die Wormser Touristen-Information bietet auf das Gedenkjahr zugeschnittene Angebote an wie z.B. Stadtrundgänge, die sich auch an Tagestouristen richten. Worms ist mit seinen zahlreichen jüdischen Stätten wie der Synagoge, dem Raschi-Haus, dem Ritualbad und dem sehr großen jüdischen Friedhof immer einen Besuch wert.