Rückschau
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Vom 26.03.04 - 28.03.04 fand die Reise nach Antwerpen statt.
36 Mitglieder unserer Gesellschaft machten sich auf den Weg, um diese wunderschöne Stadt in Flandern mit ihren vielen Facetten kennenzulernen. Im Judenviertel von Antwerpen leben etwa 18.000 Juden. Man nennt die Stadt deshalb auch das Jerusalem an der Schelde. Mit dem Antwerpener Professor Ludo Abicht machten wir am Freitag Nachmittag einen Gang durch das jüdische Viertel und bekamen interessante Erklärungen zu einzelnen Gebäuden, sahen jüdische Kinder spielen und erfuhren, dass die Juden hier ganz unter sich bleiben und auch Kinder keinen Kontakt zu christlichen Mitschülern pflegen.
Dank einer Verbindung von Herrn Amnon Orbach bekamen wir eine Einladung einer Synagogengemeinde, die unweit unseres Hotels gelegen war. Leider entpuppte es sich dann vor Ort doch als sehr schwierig in die Synagoge zu kommen und, wie eigentlich erwartet, an Gottesdiensten teilzunehmen. Wir wurden alle sehr streng kontrolliert, verständlich, denn am Tag vorher gab es Bombenalarm im Judenviertel. Trotz dieser Widrigkeiten konnten wir viel jüdisches Leben studieren z.B. den anderen Lebensrhythmus dieses Viertels wenn am Sabbat alles geschlossen ist und Feiertagsruhe herrscht, während etwa 5oo m weiter, außerhalb des jüdischen Viertels, das normale Antwerpener Alltagsleben abläuft. - Und umgekehrt: Am Sonntag gingen die Juden ihrem Alltag nach und die Geschäfte waren geöffnet. Wir sahen viele orthodoxe Juden in ihrer typischen Kleidung mit Kaftan, langem Bart, Pelzmützen und Gebetsschal durch die Strassen eilen, dazu auch schon die kleinen Jungen mit Schläfenlöckchen und Kippas, oft auch mit schwarzem Mantel und Hut bekleidet. Wir sahen Geschäfte, in denen jüdische Ritualgegenstände und Bücher angeboten wurden oder solche, in denen man den Bedarf für das anstehende Pessachfest decken konnte. Einige von uns liessen sich vom reichhaltigen Angebot einiger Kosher-Bäckereien verführen und kauften leckeres Gebäck. Am Samstag tagsüber, fand im Frühstückssaal unseres Hotels eine jüdische Hochzeitsfeier statt. Man konnte durch die geöffnete Saaltür einen Blick auf die Festgesellschaft erhaschen, sah Frauen und Männer getrennt sitzen, die Männer trugen auch hier ihre Hüte, viele Kinder tollten herum und amüsierten sich.
Natürlich erkundeten wir auch die Altstadt Antwerpens, in der viele beeindruckende Kirchen, Museen und wunderschöne Wohn- und Geschäftshäuser aus unterschiedlichen Epochen zu bestaunen sind, sowie wunderbare Gemälde großer Meister wie Rubens oder van Dijk. In einem geführten Stadtspaziergang bekamen wir auch Ecken der Stadt gezeigt, die wir nicht ohne weiteres gefunden hätten. Hierbei zeigte sich die Gästeführerin Frau Joanna Goossens als echter Glücksfall. Mit großer Kompetenz, Wissen und Herzlichkeit führte sie uns durch ihre Stadt und nahm dabei immer Rücksicht auf unsere Mitglieder mit körperlichen Handicaps. Wir fühlten uns bereichert nach diesem Rundgang! Zufällig war sie dann auch eine unserer Führerinnen durch das Rubenshaus am Sonntag. Auch hier waren wir bei ihr bestens aufgehoben.
Als wir uns dann am Sonntagnachmittag wieder auf den Heimweg nach Marburg machten, war uns allen klar, dass unser Wochenende in Antwerpen zu kurz war, um alles gesehen zu haben. Vieles blieb noch übrig zu entdecken und somit ist eine weitere Reise dorthin nicht auszuschließen.
Zu erwähnen ist auch der Busfahrer, Herr Wege von der Firma Turtle- Tours, der uns immer sicher und souverän chauffierte und durch seine freundliche Art auffiel.
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