Rückschau
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19. Januar 2004
Januar-Lesung mit Charlotte von Sachsen, Schauspielerin, Marburg
Lesung aus: Elias Canetti: "Die Stimmen von Marrakesch. Aufzeichnungen nach einer Reise"
Der Nobelpreisträger Elias Canetti begleitete in Jahr 1954 ein Filmteam nach Marrakesch und berichtete in seinen auch von Marcel Reich - Ranicki hochgerühmten Impressionen über die Vielfalt jüdischen Lebens in der `Meliah`.
9. Februar 2004
Dr. Norbert Clement, Besitzer des Hauses mit der einzigen Marburger Mikwe, sprach über den " Manusse-Hop", ein jüdisches Anwesen in Marburg-Ockershausen.(s.o.)
22. März 2004
"Lieber vermag ich nicht mehr zu schreiben"
Johanna und Jochen Klepper.
Eine christlich-jüdische Familie.
Vortrag mit Lesung und Lichtbildern von Ursula Deschauer
Der christliche Schriftsteller Jochen Klepper heiratet 1931 die Jüdin Johanna Stein, die zwei kleiner Töchter mit in die Ehe bringt, in eine sog. Mischehe, die von Anfang an von den Nationalsozialisten diskriminiert und verfolgt wird.
Kleppers `Tagebuch 1931 - 1942`zeichnet den Weg der wachsenden Entrechtung, gleichzeitig aber auch den eigenen inneren Prozess des Glaubens nach.
" Ein Dichter des Glaubens - und ein Dichter der Kirche, die ihn oft enttäuschte, der er aber die Treue hielt. In seinen Liedern finden wir eine Frömmigkeit , die die Tiefe durchleidet und deshalb wahrhaftig tröstet." Eckart Glockzin
Mit Blick auf Jochen Kleppers Studienkollegin Katharina Staritz, deren Schicksal sich in Marburg und in Breslau entschied. Ihre Geschichte " macht Mut zum Gottvertrauen" M. Dietrich-Gibhardt
19. April 2004
April-Lesung aus Vladimir Kaminer: "Die Reise nach Trulala".
Mit Christine Niemann
Auf die Erzählsammlung `Russendisko`und dem Roman `Militärmusik` folgt der abenteuerlich spannende Reisebericht aus der Feder eines der beliebtesten und gefragtesten zeitgenössischen Autoren in Deutschland.
Vladimir Kaminer, 1967 in Moskaus geboren, lebt seit 12 Jahren in Berlin, wo er sich auch im Rundfunk und im ZDF - Morgenmagazin einen Namen machte.
10. Mai 2004
Zeitzeugnis
Von Momberg nach Toronto.
Auf den Spuren der Gisela Spier-Cohen.
Referentin Regina Neumann
Mit ausgewählten Texten von Gisela Spier-Cohen, sowie Illustrationen
Über religiöse und geografische Grenzen hinweg sind Regina Neumann und Gisela Spier-Cohen in Freundschaft verbunden, sehen doch beide vornehmlich im Gespräch mit Jugendlichen eine wichtige Aufgabe, die sie im Rahmen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, wie sie in Marburg seit über 40 Jahren gepflegt wird, denn auch beispielhaft erfüllen.
7. Juni 4004
Landsynagoge Roth
"Von Rabbi Juda, von Glück und Gut und von der Zaubergans"
Lesung aus Bernhard Kuttner: Jüdische Sagen und Legenden für Jung und Alt gesammelt und wiedererzählt.
Die Schauspielerin Charlotte von Sachsen liest Sagen und Legenden askenasischer Erzähltradition.
Musikalische Umrahmung durch die Freie Waldorfschule Marburg
Die Juni-Lesung in der restaurierten ehemaligen Synagoge von Roth ist inzwischen Tradition. Die durch den Raum und die Künstler vermittelte Dichte regt zum Gespräch an, das wie gewohnt im Bürgerhaus in Roth fortgesetzt wird.
Gemeinsame Veranstaltung mit dem Arbeitskreis Landsynagoge Roth.
5. Juli 2004
Juli-Lesung aus Sonja Chevalier " Fräulein Professor" Lebensspuren der Ärztin Rachel Hirsch (1860 - 1953)
Referentin: Dr. Rosemarie Dilg-Frank
In der Nachfolge von Dorothea Erxleben im 18. Jahrhundert und 100 Jahre später von Franziska Tiburtius in Zürich, war Rachel Hirsch zu Beginn des Frauenstudiums in Deutschland unter den ersten Medizinerinnen: kämpferisch gegen alle Widerstände, engagiert in der ärztlichen Praxis, leidenschaftlich in der Wissenschaft. Wie die Tochter eines Frankfurter Rabbiners ihre Zeit mitgestaltete, so wurde ihr eigenes Leben von wechselvollen Zeiten geprägt, nämlich von Juden-Emanzipa-tion und Juden-Verfolgung.
August - Sommerpause
6. September 2004
Zeitzeugnis / Autorenlesung
Reinhard Kaiser Unerhörte Rettung
Die Suche nach Edwin Geist
Die Besonderheit dieser Veranstaltung liegt in dem Dialog, den Autor und Zeitzeugin führen: Margarete Holzman aus Gießen ist die einzige Zeitzeugin, die den Komponisten Edwin Geist, den Freund ihrer Familie in Kaunas, noch in lebendiger Erinnerung hat, und Reinharde Kaiser ist der treue Sachwalter ihres geistigen Erbes. Wie schon in vorangegangenen Publikationen stellte M. Holzman wiederum authentisches Quellenmaterial, aufschlussreiche Dokumente aus der eigenen Familie, als Grundlage für den neuen Band zur deutsch-litauischen Geschichte zur Verfügung. Im Jahr 2002 erhielt sie den Geschwister-Scholl-Preis.
18. Oktober 2004
Oktober-Lesung
"gegen die Klischees ... mit permanenter Erziehung wirken. Und das in Warschau, Vilnius, Riga, Paris, Berlin oder Wien."
W. Bartoszewski, ehem. polnischer Außenminister
Lesung aus Chana Gorodecka: Tagebuch einer polnischen Jüdin.
Ute Mehnert liest ausgewählte Passagen.
Die eher distanziert und daher umso eindrucksvolleren Beschreibungen jüdischer Schicksale im Warschau der 1940er Jahre erfüllen die oft geforderte Aufgabe gegen das Vergessen und für den Dialog.
22. November 2004
"Weil wir Brüder sind" - Schalom Ben Chorin
Lesung aus "Mein Judentum". Hrsg. von Hans Jürgen Schultz.
Referent: Altbischof Dr. Christian Zippert
Bischof Zippert wählt Lebensbilder zum Thema "Mein Judentum" aus dem gleichnamigen Sammelband aus, eine hervorragende Publikation, die in 4. überarbeiteter Auflage erschienen ist und Beiträge namhafter Philosophen, Literaten und Künstler vereint, unter ihnen Schalom Ben Chorin und Jeanne Hersch.
Gemeinsame Veranstaltung mit philoSophia Hessen, Dr. Renate Scharffenberg und Max Lorenzen
6. Dezember 2004
Lesung und Musik
Kantorale Musik auf hebräische Texte.
Mit Alois Buechl
Der Musikwissenschaftler Alois Buechl stellt die Korrespondenz der Musikwiedergaben aus dem eigenen Archiv mit den in deutscher Übersetzung gebotenen Texten dar.
Tiefe Religiosität und musikalische Ästhetik stimmen auf das Jüdische Chanukka-Fest unmittelbar ein.
11. März und 14. März, Capitol-Kinocenter
Film-Vorstellungen
"Rosenstrasse", Regie Margarethe von Trotta
Weiblicher Widerstand im Dritten Reich
Einführung am 11. März: Dr. Rosemarie Dilg-Frank
Einführung am 14. März Monika Bunk
4. und 7. November 2004
Film Vorstellungen
"Rahel Varnhagen: eine jüdische Frau in der Berliner Romantik", Regie Jutta Brückner
"eine schöne Seele" hat Goethe diese ungewöhnliche Frau genannt
Einführung jeweils Dr. Rosemarie Dilg-Frank
Beide Filme wurden im Rahmen der Frauenfilmreihe 2004 des Gleichberechtigungsreferates der Universitätsstadt Marburg in Kooperation mit den Marburger Kinobetrieben gezeigt. Verfilmungen jüdischen Inhalts werden in Marburg von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit betreut.
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